Oberndorf/Melk

Die römischen Villen von Oberndorf an der Melk

Im heutigen Gemeindegebiet von Oberndorf an der Melk lagen in der Römerzeit zwei bemerkenswerte Gutshöfe – sogenannte villae. Diese landwirtschaftlichen Siedlungen prägten das Melktal der römischen Antike und gehören zu den am besten erforschten Anlagen ihrer Art in Niederösterreich.

Die villa von Gries umfasste einen rund 100 × 120 m großen Hofbereich mit einem repräsentativen Hauptgebäude und mehreren Wirtschaftsbereichen. Die villa von Schachau weist zusätzlich ein eigenes Badegebäude sowie ein großzügiges Hauptgebäude mit beheizbaren Räumen auf – ein Hinweis auf gehobenen Wohnkomfort.

Beide Anlagen konnten durch moderne geophysikalische Prospektionen (Magnetik und Georadar) vollständig erfasst werden. Diese zerstörungsfreien Methoden ermöglichen einen präzisen Blick in den Boden und machen Grundrisse sichtbar, die oberirdisch längst verschwunden sind.

Von besonderer Bedeutung sind zudem mehrere römische Steindenkmäler, die im Umfeld der Fundstellen entdeckt wurden. Dazu gehören Giebelreliefs mit Porträtbüsten aus dem frühen 2. Jahrhundert, die einst Teil lokaler Grabmonumente waren. Sie zeigen eindrucksvoll die römische Bestattungskultur und belegen die Präsenz wohlhabender ländlicher Eliten in der Region.

»Die römischen Villen von Oberndorf an der Melk vermitteln ein eindrucksvolles Bild des Lebens im provinziellen Umland – zwischen Landwirtschaft, Komfort und enger Verbindung zum Imperium Romanum.«

Highlights der Vermittlungsstätte

  • Im Kirchturm eingemauerter Römerstein

  • Römerstein, ausgestellt in der MS Oberndorf

Römerstein im Kirchenturm
Römerstein in der MS Oberndorf
villa von Gries
villa von Schachau